Sovereign Credit Rating internationaler Rating-Agenturen

Sovereign Credit Rating internationaler Rating-Agenturen

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Inhaltsangabe:Einleitung: Die Globalisierung der KapitalmAcrkte bietet Emittenten und Investoren von Finanzanlagen weltweit zunehmende MApglichkeiten der Finanzierung bzw. Anlage. Diese Entwicklung geht allerdings auch mit der Zunahme von undurchschaubar werdenden KomplexitActen und Risiken einher, die mit Hilfe von modernen Informationsinstrumenten gemindert werden sollen. Eine Form dieser Instrumente, das sogenannte Credit Rating wird zur Beurteilung eines wesentlichen Risikos, nAcmlich dem BonitActsrisiko, herangezogen. Eine besondere Form des Credit Rating stellt das Sovereign Credit Rating dar, das zur Beurteilung der BonitActsrisiken staatlicher Emittenten eingesetzt wird. Ziel dieser Arbeit ist es, den Informationsgehalt des Sovereign Credit Rating sowie die GlaubwA¼rdigkeit der Rating-Agenturen zu untersuchen. Aufgrund allgemein verbreiteter Informationen zu diesem Thema in den Medien, ist zu erwarten, dass das Sovereign Credit Rating zwar einen hohen Informationsgehalt besitzt, aber die GlaubwA¼rdigkeit der Rating-Agenturen nur eingeschrAcnkt vorhanden ist. Die Arbeit gliedert sich insgesamt in vier Abschnitte. In Abschnitt 1 wird die BonitActsbeurteilung mit Hilfe des Sovereign Credit Rating anhand verschiedener Aspekte allgemein erlAcutert. Abschnitt 2 widmet sich dem Informationsgehalt des Sovereign Credit Rating. Dazu wird die Methode der Erstellung des Sovereign Credit Rating durch die Rating-Agentur Standard a Poora€™s (SaP) vorgestellt. Des weiteren wird untersucht, inwieweit ein Zusammenhang zwischen dem Sovereign Credit Rating und der Rendite von Staatsanleihen sowie dem Sovereign Credit Rating unddem Zahlungsausfallrisiko bei Staatsanleihen besteht. Abschnitt 3 beschAcftigt sich mit der GlaubwA¼rdigkeit der Rating-Agenturen, insbesondere der Transparenz von Rating-Urteilen, der StabilitAct der Ratings sowie den bestehenden GeschAcftspraktiken der Rating-Agenturen. In Abschnitt 4 werden dann die Ergebnisse der Untersuchungen formuliert und Perspektiven fA¼r das Sovereign Credit Rating aufgezeigt. Als besondere Form des Credit Rating ist das Sovereign Credit Rating noch ein recht junges Informationsinstrument. Deshalb existieren zu diesem speziellen Thema nur begrenzt Informationen. Die zunehmende Kritik an den Rating-Agenturen, der Anstieg von ZahlungsausfAcllen staatlicher Emittenten sowie die Verschuldungskrisen der spActen 90er Jahre haben jedoch dazu gefA¼hrt, dass zum Thema Sovereign Credit Rating in letzter Zeit sowohl von Seiten der Rating-Agenturen als auch der Forschung Publikationen erschienen sind. Nur aufgrund dieser Entwicklung ist es mApglich geworden, diese hauptsAcchlich auf der Auswertung von Literaturquellen basierende Arbeit, anzufertigen. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: Inhaltsverzeichnis2 Abbildungsverzeichnis3 Tabellenverzeichnis4 Zusammenfassung5 Einleitung6 1.BonitActsbeurteilung durch das Sovereign Credit Rating7 1.1Vorstellung der jA¼ngsten Entwicklungen an den KapitalmAcrkten7 1.2Abgrenzung und Definition des Sovereign Credit Rating9 1.3Geschichtliche Entwicklung des Sovereign Credit Rating10 1.4Sovereign Credit Rating fA¼r Schulden unterschiedlicher WAchrung12 1.5Rating-Symbolik des Sovereign Credit Rating12 1.6FA¼hrende Rating-Agenturen14 1.7Bedeutung des Sovereign Credit Rating14 1.8Funktionen des Sovereign Credit Rating15 1.8.1Aus Sicht der Investoren16 1.8.2Aus Sicht der Emittenten18 1.8.3Aus Sicht der Wirtschaftspolitik19 2.Informationsgehalt des Sovereign Credit Rating21 2.1Methode der Sovereign Credit Rating-Erstellung21 2.1.1Quantitative und qualitative Analyse21 2.1.2Entwicklung des Sovereign Credit Rating-Urteils28 2.1.3Verfahren zur AœberprA¼fung des Sovereign Credit Rating30 2.2Aussagekraft und Einfluss des Sovereign Credit Rating32 2.2.1Zusammenhang von Sovereign Credit Rating und Rendite32 2.2.2Zusammenhang von Sovereign Credit Rating und Ausfallrisiko35 3.GlaubwA¼rdigkeit der Rating-Agenturen40 3.1Transparenz der Rating-Urteile und Vergleich der Agenturen40 3.1.1SaPa€™s Sovereign Credit Rating fA¼r Russland 1998-200240 3.1.2ErlAcuterungen zu einzelnen Rating-A„nderungen42 3.1.3Vergleich der Rating-Urteile zwischen SaP und Moodya€™s43 3.1.4Kritische WA¼rdigung des Rating-Beispiels45 3.2StabilitAct des Sovereign Credit Rating46 3.3GeschAcftspraktiken der Rating-Agenturen50 3.3.1EingeschrAcnkte Informationen51 3.3.2Begrenzte AnalysefAchigkeit51 3.3.3Interessenkonflikte durch Einkommensgenerierung52 3.3.4Weitere mApgliche Interessenkonflikte53 3.3.5Methodenprobleme54 3.4Wettbewerb in der Rating-Branche57 4.Ergebnisse und Perspektiven59 Literaturverzeichnis63 Anhang67 Textprobe:Textprobe: Kapitel 3.3, GeschAcftspraktiken der Rating-Agenturen: In Abschnitt 3.1 und 3.2 konnte bereits belegt werden, dass Rating-Agenturen aufgrund schwer nachvollziehbarer Rating-Urteile sowie InstabilitActen beim Sovereign Credit Rating nur begrenzt glaubwA¼rdig erscheinen. Nun sollen weitere BegrA¼ndungen vorgelegt werden, um diese These noch zu verfestigen. Teilweise kApnnen die nachfolgenden GrA¼nde herangezogen werden, um die eben aufgezeigten Rating-InstabilitActen zu erklAcren. Sie gelten aber auch als eigenstAcndige Fakten, die die GlaubwA¼rdigkeit der Agenturen zweifelhaft erscheinen lassen. 3.3.1, EingeschrAcnkte Informationen: Das Einholen von Informationen in Form von Daten ist ein wesentlicher Bestandteil der Rating-Erstellung. Die fA¼r die Erstellung des Sovereign Credit Rating notwendigen Daten werden durch die Staaten selbst zur VerfA¼gung gestellt und von den Rating-Agenturen mit den verfA¼gbaren Daten multinationaler Organisationen wie dem Internationalen WAchrungsfonds (IWF) oder der Bank fA¼r internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) verglichen. Da der IWF und die BIZ ihre Daten auch von staatlicher Seite beziehen, hAcngt die QualitAct der Daten von der sorgfAcltigen Bereitstellung durch jeden einzelnen Staat ab. Statistische und administrative MApglichkeiten eines Staates sowie die Berichts-Anforderungen an nichtstaatliche Stellen und die Zusammenarbeit zwischen Rating-Agentur und Staat bestimmen die QualitAct der Daten. Dazu kommt die eingeschrAcnkte MApglichkeit der Rating-Analysten die A¼bermittelten Daten selbst noch einmal nachzuvollziehen. Die Bereitstellung von Einzeldaten aus den LAcndern oder Gemeinden, die zu gesamtstaatlichen Daten konsolidiert werden, liegen den Rating-Agenturen nur von wenigen Staaten vor. ZusActzlich ist es fA¼r die Rating-Analysten auch sehr schwierig, den Umfang von Finanzinnovationen zu bestimmen, die staatliche FinanzgrApAŸen wie z.B. die Zentralbankreserve beeinflussen. 3.3.2, Begrenzte AnalysefAchigkeit: Die personellen Ressourcen, welche den Rating-Agenturen SaP und Moodya€™s fA¼r die Erstellung des Sovereign Credit Rating zur VerfA¼gung stehen, sind begrenzt. Anfang 1997 hat SaP insgesamt 10 Rating-Analysten in New York und London beschAcftigt, deren Zahl bis Ende Juli 2002 verdoppelt wurde. In der gleichen Zeit ist aber auch die Zahl der a€˜geratetena€™ Staaten von 62 auf 93 angestiegen. Das bedeutet, dass Anfang 1997 ein Analyst im Durchschnitt fA¼r 6 Staaten das Sovereign Credit Rating erstellt hat. Diese Zahl war Ende Juli 2002 mit 5 nur unwesentlich geringer und verdeutlicht die Verantwortung eines jeden einzelnen Analysten. Bei dieser Anzahl von Staaten liegt es nahe, dass sich die Rating-Analysten zu einem gewissen Teil auch auf das Datenmaterial verlassen, dass IWF, akademische Institute, Investmentbanker und anderen Rating-Agenturen bereitstellen. Der IWF vermutet, dass sich Rating-Analysten auf die in anderen Quellen prAcsentierten Meinungen verlassen und so die Genauigkeit des Ratings eventuell eingeschrAcnkt wird. Bereits die Anerkennung einer falschen Annahme aus der Analyse von o.g. Stellen kann in der komplexen Kette von Weiterverarbeitungen durch den Rating-Analysten zu fehlerhaften Zwischen- und Endergebnissen fA¼hren. Ein weiteres Argument, das die begrenzte AnalysefAchigkeit der Analysten unterstreicht, findet sich in der Qualifikation des Personals. So AcuAŸern Kritiker die BefA¼rchtung, dass die im Vergleich zu Investment-Bankern relativ schlecht bezahlten Analysten nicht qualifiziert genug seien. Dazu kommt, dass in der Rating-Branche im Gegensatz zu nahestehenden Wirtschaftsbereichen wie dem a€˜Accountinga€™ (Rechnungslegung) oder der a€˜Assurancea€™ (WirtschaftsprA¼fung) bisher kein Berufsstandard eingefA¼hrt wurde. Somit kann ein jeder Analyst bei einer Rating-Agentur werden, ohne eine berufsspezifische PrA¼fung abgelegt zu haben. 3.3.3, Interessenkonflikte durch Einkommensgenerierung: Bis in die 70er Jahre hinein generierten die Rating-Agenturen ihr Einkommen hauptsAcchlich durch den Verkauf von Rating-Publikationen an Investoren. Infolge der schnellen und kostengA¼nstigen Verbreitung dieser Publikationen durch Fotokopien seit Mitte der 70er Jahre sind allerdings die Einnahmen der Rating-Agenturen massiv gesunken. Aufgrund dieser Entwicklung entschlossen sich unter anderem Moodya€™s und SaP die Emittenten und nicht mehr die Investoren mit GebA¼hren zu belasten. Seit dieser Zeit stellen die Rating-Agenturen das Sovereign Credit Rating und auch eine Reihe von Research-Publikationen der A–ffentlichkeit daher kostenfrei zur VerfA¼gung und verlangen dafA¼r aber Rating-GebA¼hren von den Emittenten. Durch die kostenlose ZurverfA¼gungstellung des Rating sowie von Publikationen kApnnen private Anleger auf den BonitActsA¼berwachungs-anstrengungen der Rating-Agenturen a€˜trittbrettfahrena€™. Durch diese Verlagerung der GebA¼hrenbelastung kApnnte allerdings ein Interessenkonflikt entstehen. Da die Rating-Agentur von der GebA¼hr , die der Emittent zahlt, abhAcngig ist, liegt es nahe, Emittenten mit einem groAŸzA¼gigen Rating auszustatten. Gerade bei neuen Emittenten wAcre dieses Vorgehen besonders lukrativ. Die Erteilung eines Sovereign Credit Rating hat starken Einfluss auf weitere mApgliche GeschAcftsbeziehungen fA¼r die Rating-Agenturen. NAcmlich erst dann, wenn ein Sovereign Credit Rating vorliegt, kApnnen auch nicht-staatliche Emittenten innerhalb des Staates ein Credit Rating beantragen. Je grApAŸer das potenzielle oder auch schon bestehende GeschAcft der Rating-Agentur mit den nicht-staatlichen Emittenten ist, desto grApAŸer ist also auch der Anreiz der Sovereign-Rating-Analysten, ein groAŸzA¼giges Sovereign Credit Rating zu erteilen. Ein derartiger Interessenkonflikt ist durchaus vorstellbar. Gegen eine solche, bisher noch nicht nachgewiesene GeschAcftspraktik kann die nachfolgende BegrA¼ndung angefA¼hrt werden. Da der Erfolg der Rating-Agenturen stark von deren Ruf abhAcngig ist, haben sie einen A¼berdurchschnittlichen Anreiz qualitativ hochwertige und genaue Ratings zu erstellen. Die Rating-Agenturen selbst argumentieren, dass die abverlangten GebA¼hren fA¼r ein einzelnes Sovereign Credit Rating nur einen geringen Anteil des Gesamteinkommens innerhalb der Rating-Sparte ausmachen und somit geringe AbhAcngigkeitsverhAcltnisse untereinander bestehen. Obwohl den Rating-Agenturen bisher noch keine Interessenkonflikte durch die Art der Einkommensgenerierung nachgewiesen werden konnten, hat trotzdem die US-amerikanische BAprsenaufsicht SEC im Jahre 2002 eine Untersuchung hinsichtlich mApglicher Interessenkonflikte durchgefA¼hrt. Dabei ist die SEC zu der Meinung gelangt, dass trotz schon bestehender Schutzmechanismen Risiken bestehen und daher eine eingehende PrA¼fung mApglicher Interessenkonflikte durch die Art der Einkommensgenerierung notwendig sei. 3.3.4, Weitere mApgliche Interessenkonflikte: Die Rating-Agenturen sind auf die ErschlieAŸung neuer Einkommensquellen angewiesen, um weiter zu wachsen. Das Rating von staatlichen Emittenten ist auf natA¼rliche Weise durch die Anzahl von Staaten begrenzt und schrAcnkt so die Wachstumsperspektiven der Rating-Agenturen ein. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Rating-Agenturen versuchen neue Einkommens-quellen zu erschlieAŸen. Zwischen 1997 und 2002 haben die Rating-Agenturen als neues GeschAcftsfeld Beratungsdienstleistungen eingefA¼hrt. SaP bietet seitdem ein sogenanntes a€˜Ratings Evaluation Servicea€™ bzw. Moodya€™s einen a€˜Risk Management Servicea€™ an. Damit offerieren beide Rating-Agenturen neben der klassischen Rating-Erstellung auch Beratungsdienstleistungen. Es liegt nun die Vermutung nahe, dass die Emittenten sich verpflichtet fA¼hlen kApnnten, Beratungsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen, um eine Herunterstufung des Ratings zu vermeiden. Genauso kApnnten sich andere Emittenten durch die Inanspruchnahme der Beratungsdienstleistung erhoffen, dass ihr Rating eher heraufgestuft werden kApnnte als das anderer Emittenten. Aufgrund Achnlich gearteter Interessenkonflikte mussten Investmentbanken und WirtschaftsprA¼fer gemAcAŸ dem in den USA erlassenen Sarbanes-Oxley-Act das Angebot bestimmter Beratungsdienste einstellen. Noch ist bisher nicht nachgewiesen, dass es bei den Rating-Agenturen durch das Angebot von Beratungsdienstleistungen auch zu Interessenkonflikten gekommen ist. Die Rating-Agenturen argumentieren, dass sie umfangreiche MaAŸnahmen eingefA¼hrt haben, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Die SEC hat jA¼ngst jedoch auch in diesem Zusammenhang eine eingehende AœberprA¼fung angekA¼ndigt. Eine weitere Schwierigkeit basiert auf den meist engen Kontakten, die zwischen Emittenten, Investoren und den Rating-Agenturen bestehen. Ein Rating-Analyst verpflichtet sich, keine internen Daten an Dritte weiterzugeben. Genauso wenig darf ein Analyst an Rating-Entscheidungen teilnehmen, die Emittenten betreffen, dessen Wertpapiere von ihm gehalten werden. Die beiden Rating-Agenturen Moodya€™s und SaP behaupten auch, keine Mitarbeiter von anderen Rating-Agenturen einzustellen oder auszutauschen. Wie gut die vorgenannten MaAŸregeln tatsAcchlich Interessenkonflikte vermeiden, war bisher nicht Thema von Untersuchungen und kann so auch nicht weiter beurteilt werden.Afonso, Antonio (2002): Understanding the Determinants of Government Debt Ratings: Evidence for the Two Leading Agencies, Research Paper from the Department of Economics and Research Center on the Portuguese Economy ( CISEP)anbsp;...


Title:Sovereign Credit Rating internationaler Rating-Agenturen
Author: Jörn Pape
Publisher:diplom.de - 2011-12-08
ISBN-13:

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